Katholische Pfarrgemeinde St. Gertrud Herzogenrath
 

Firmung

Firmung

Um in die Kirche als mystischer Leib Christi vollständig aufgenommen zu werden, bedarf es nicht nur der Taufe. Sie ist das Grundsakrament, das den Menschen in das Leben mit Gott hineinstellt. Dieses Leben muß allerdings noch entfaltet werden und zur Reife gelangen. Dazu stellen die Sakramente der Firmung und der Eucharistie dem Christen Hilfsmittel an den Weg, die er nutzen kann, um gottgefällig zu leben und zu handeln. So wie die Eucharistie immer wieder neu eine Stärkung für die Seele bedeutet, eine innige Verbindung mit Jesus Christus inmitten einer Welt voller Schwäche und Dunkelheit, so schenkt die Firmung Gottes Heiligen Geist als eine Gabe, die den Menschen stärkt und ihn – trotz seiner menschlichen Grenzen – befähigt, Salz der Erde zu sein. Nicht wir schwache Menschen, sondern Gottes Geist kann allein das Angesicht der Erde erneuern. Vorausgesetzt, der Mensch will Gottes Geist in sich wirken lassen und gibt Ihm Raum. Die Firmung ist daher nichts Automatisches, das ohne das Mitwirken des Empfängers "funktioniert". Rechte Einsicht in das, was Firmung bedeutet und der Willen, sich Gott zu öffnen, sind daher unabdingbare Voraussetzung für den Empfang des Sakramentes.

Die Firmung wird deshalb in einem Alter gespendet, wo ein junger Christ die ersten eigenen Schritte im Glaubensleben tun kann, wo er bereits Gott kennengelernt hat und zu Ihm ein persönliches Verhältnis im Gebet und im Gottesdienst aufgebaut hat. Ob man dazu die Altersspanne 12 – 14 Jahre als Mindestalter ansetzt oder erst ältere Jugendliche oder gar junge Erwachsene zur Firmung zuläßt, ist den örtlichen Verantwortlichen überlassen. In St. Gertrud liegt das Mindestalter zum Empfang der Firmung bisher bei 14 Jahren, wobei hier in begründeten Fällen in Absprache mit dem Pfarrer Ausnahmen gemacht werden können. Zur Firmung sollten sich nur Jugendliche anmelden, die sich vorher eine Meinung über das Sakrament bilden konnten. Deswegen ist auch die Anmeldung – im Gegensatz zur Erstkommunion – im Falle der Firmung eine Sache der Jugendlichen selbst und nicht ihrer Eltern, wenngleich – je nach Alter – die Eltern gebeten werden, ihr Einverständnis zu erklären. Der Anmeldung geht darum auch mindestens eine Informationsveranstaltung voran.

Der Spender des Firmsakramentes ist der Bischof. Er entsendet seine Hilfsbischöfe (Weihbischöfe) oder eigens beauftragte Priester zur Spendung der Firmung in die Pfarreien. Im Rahmen einer regulären Bischöflichen Visitation (Pastoralbesuch des Bischofs oder eines Weihbischofs) wird immer auch das Firmsakrament gespendet. Weil die Visitation aber nur alle 5 Jahre stattfindet, besteht die Möglichkeit, einen Bischof zu einer Zwischenfirmung zu bitten. Je nach Größe der Pfarrgemeinde kann dies jährlich oder seltener sein.

In St. Gertrud finden die Firmungen in ca. eineinhalbjährigem Abstand statt. Dabei ist der Ort der Firmung reihum eine unserer Kirchen. D.h. – anders als bei der Erstkommunion – wird den Firmlingen aus Niederbardenberg das Sakrament zusammen mit den Jugendlichen aus der Innenstadt gespendet. Der Vorbereitungskurs auf die Firmung dauert ca. 12 Wochen und wird von Pfarrer Dr. Rodheudt in Zusammenarbeit mit Katecheten geleitet. Vor dem Beginn des Kurses werden die Jugendlichen der entsprechenden Jahrgänge angeschrieben und zu einem unverbindlichen Informationsabend eingeladen. Hier werden Inhalt und Verlauf der Vorbereitungszeit vorgestellt.

Wer bereit ist, sich auf den Weg zu machen und auch die Bereitschaft zum Besuch der Sonntagsmesse und zu den wöchentlichen Katechesen mitbringt, kann sich zum Vorbereitungskurs anmelden. Vor dem Empfang der Firmung steht noch der Empfang des Beichtsakramentes als unmittelbare Vorbereitung auf das Sakrament des Heiligen Geistes. Es besteht dabei die Auswahl unter verschiedenen Priestern als Beichtväter.

Erwachsene, die das Firmsakrament noch nicht empfangen haben, sind ebenfalls herzlich eingeladen, die Gelegenheit des Bischofsbesuches zu nutzen. Hier findet die Vorbereitung individuell in Absprache mit dem Pastor statt.